20.03.2026 | 12:36

Nationalpark Thayatal als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung ausgezeichnet

LH-Stv. Pernkopf, LR Rosenkranz und BM Totschnig gratulieren zu Anerkennung als „Ramsar-Gebiet“

Auf Beschluss des Sekretariats der Feuchtgebietskonvention wurde der Nationalpark Thayatal nun offiziell als Ramsar-Gebiet von internationaler Bedeutung anerkannt. Mit der Aufnahme in das weltweite Netzwerk besonders schützenswerter Feuchtgebiete wird die hohe ökologische Qualität der Flusslandschaft entlang der Thaya nun international gewürdigt. 

„Die Anerkennung des Nationalparks Thayatal als neues Ramsar-Gebiet setzt ein weiteres starkes Zeichen für den Schutz wertvoller Lebensräume in Österreich. Sie betont unsere Verantwortung, diese einzigartigen Ökosysteme für künftige Generationen zu bewahren. Insgesamt sind damit bereits 26 bedeutende Naturlandschaften in Österreich als Ramsar-Gebiete ausgewiesen, darunter vier Nationalparks, zahlreiche Moore sowie ökologisch hochwertige Flusslandschaften“, so Bundesminister Norbert Totschnig. 

Für Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf ist die Auszeichnung auch eine Bestätigung langjähriger Schutzbemühungen: „Der Nationalpark Thayatal ist ein Juwel der heimischen Natur. Die Ramsar-Auszeichnung bestätigt einmal mehr die hohe Qualität der Schutzgebiete in Niederösterreich. Im Fall des Nationalparks Thayatal ist dies auch mit einer erfolgreichen Regionalentwicklung verbunden. 100.000 Gäste besuchen jährlich den Nationalpark, die Zahl der Nächtigungen in der kleinen Stadtgemeinde Hardegg hat bereits die 10.000er Marke überschritten. Naturerfahrung und Bildungsmöglichkeiten tragen so zu einer regionalen Wertschöpfung bei!“ 

Auch Naturschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz freut sich über die Auszeichnung: „Diese internationale Anerkennung zeigt, welchen hohen naturschutzfachlichen Wert unsere Naturlandschaften haben. Zahlreiche in Niederösterreich seltene oder bedrohte Arten wie Seeadler, Schwarzstorch, Eisvogel oder Edelkrebs haben hier im Thayatal einen geschützten Lebensraum gefunden. Mehr als die Hälfte der heimischen Amphibien, Reptilien und Säugetiere Österreichs sind hier im Nationalpark Thayatal zu finden. Das beweist, wie wichtig Schutzgebiete für den Erhalt der Artenvielfalt sind.“ 

Die Ramsar-Konvention verfolgt das Ziel, ökologisch besonders bedeutende Feuchtlebensräume zu erhalten. In Österreich besitzen Ramsar-Gebiete keinen unmittelbaren rechtlichen Status, die meisten Ramsar-Gebiete sind aber als gesetzlich verordnete Schutzgebiete ausgewiesen. Die Auszeichnung als Ramsar-Gebiet ist somit als herausragendes Gütesiegel zu sehen. 

Der Nationalpark Thayatal wurde unter dem offiziellen Namen „Transboundary Ramsar Site Podyjí-Thayatal National Park, Part Austria“ in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung aufgenommen. Die Bezeichnung unterstreicht den grenzüberschreitenden Charakter des Schutzgebiets entlang der Thaya. Auch der benachbarte tschechische Nationalpark Podyjí arbeitet derzeit an einer entsprechenden Anerkennung als Ramsar-Gebiet, um künftig gemeinsam ein transnationales Ramsar-Schutzgebiet zu bilden. 

„Die Aufnahme in die Ramsar-Liste ist für uns eine große Ehre und zugleich ein Auftrag für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume“, erklärt Nationalpark-Direktor Christian Übl. „In den letzten Jahren wurden von österreichischer und tschechischer Seite zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die natürliche Entwicklung des grenzüberschreitenden Schutzgebietes weiter zu fördern. Aktuell gelten bereits 80 Prozent der Waldlebensräume als naturnah und fünf Prozent als natürlich. Die Auswirkungen des Schwallbetriebes des Kraftwerks Vranov/Frain auf die Gewässerökologie der Thaya wurden durch die Erhöhung des Mindestdurchflusses und die Kappung der Schwallspitzen wesentlich verbessert. Dadurch hat sich der Bestand der Fischpopulationen in der Thaya seit 2007 von 63 kg/ha auf 119,1 kg/ha fast verdoppelt.“ 

Mit der Ernennung zum Ramsar-Gebiet geht die Verpflichtung einher, die Feuchtlebensräume langfristig zu sichern. Das beinhaltet insbesondere den Erhalt der natürlichen Flussdynamik, den Schutz sensibler Lebensräume sowie die Förderung von Forschung, Umweltbildung und internationaler Zusammenarbeit. Die Auszeichnung stärkt damit nicht nur die Sichtbarkeit des Nationalparks Thayatal auch im internationalen Kontext, sondern unterstreicht auch die Bedeutung intakter Feuchtgebiete für Biodiversität, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung. 

Rückfragen bei Christian Übl, Nationalpark Thayatal, office@np-thayatal.at, 02949/7005, www.np-thayatal.at.

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