Die Investitionen des Bundesheeres im Rahmen des Aufbauplans 2030+ eröffnen neue Chancen für niederösterreichische Unternehmen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner präsentierte heute, Mittwoch, beim Kommandogebäude Feldmarschall Hess in St. Pölten gemeinsam mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker sowie Niederösterreichs Militärkommandant Georg Härtinger und Rüstungsdirektor Harald Vodosek weitere Maßnahmen, damit heimische Betriebe bestmöglich von den geplanten Investitionen profitieren können. Im Mittelpunkt stehen die Fortsetzung der Initiative „Wirtschaft & Sicherheit“ sowie neue Informations- und Vernetzungsangebote für Unternehmen.
„Sicherheit ist zum zentralsten Thema Europas geworden. Für Staaten, für Unternehmen und für unsere Gesellschaft insgesamt. Die Investitionen des Bundesheeres stärken daher nicht nur unsere Verteidigungsfähigkeit, sondern eröffnen auch große Chancen für Niederösterreichs Betriebe“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und meinte weiter. „Niederösterreich verfügt über zahlreiche Unternehmen, die in sicherheitsrelevanten Bereichen zur europäischen Spitze gehören. Unser Ziel ist klar: Jeder Euro, der hierzulande in Sicherheit investiert wird, soll nach Möglichkeit auch Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze in Niederösterreich schaffen.“
„Mit der Initiative ,Wirtschaft & Sicherheit‘ unterstützen wir unsere Betriebe dabei, die Chancen des Aufbauplans bestmöglich zu nutzen. Gleichzeitig braucht es auf Bundes- und EU-Ebene einfachere Verfahren, mehr Rechtssicherheit und bessere Finanzierungsbedingungen für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“, sagte Mikl-Leitner. Ganz Europa investiere in Sicherheit und Verteidigung so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Landeshauptfrau dazu: „Wenn Europa Milliarden investiert, dann dürfen nicht ausländische Konzerne das große Geschäft machen. Unsere Wirtschaft muss davon profitieren. Dafür braucht es klare Rahmenbedingungen, verlässliche Partner und ein gemeinsames Handeln.“
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner erklärte: „Die Sicherheitslage in Europa hat sich grundlegend verändert. Deshalb investieren wir konsequent in unsere Landesverteidigung. Diese Investitionen stärken nicht nur die Sicherheit unseres Landes, sondern schaffen auch Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven für unsere Regionen.“ Allein in Niederösterreich fließen heuer rund 102 Millionen Euro in die militärische Infrastruktur, vom Hangarbau über die Sanierung bis hin zur umfassenden Autarkie aller Kasernenstandorte. 2027 wird ein ähnlich hohes Investitionsvolumen von rund 103 Millionen Euro folgen. „Davon profitieren zahlreiche heimische Unternehmen – von großen Industriebetrieben bis hin zu kleinen und mittleren Betrieben in den Regionen“ unterstrich sie und führte aus: „Jeder Euro, der in Sicherheit investiert wird, wirkt doppelt: Er stärkt unsere Verteidigungsfähigkeit und schafft wirtschaftliche Stärke vor Ort. Sicherheit und Wirtschaft sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille.“
„Regional vergeben, heißt die Regionen zu beleben“, sagte Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker und betonte, dass er sich freue, heute ein „gemeinsames Signal setzen zu können. Denn eines ist ganz klar: Sicherheit und Wirtschaft gehören untrennbar zusammen. Die Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Bundesheer hat sich bewährt und bringt einen Mehrwert für unser Bundesland und unsere Betriebe.“ Das Bundesheer leiste im Krisenfall Hilfe und sei darüber hinaus ein „wesentlicher Standortfaktor, denn ein sicherer Standort schaffe Vertrauen, ermögliche Investitionen und sei damit Grundlage für Beschäftigung und Wohlstand.
Militärkommandant Georg Härtinger verwies auf die Weltuntergangsuhr, auf der es aktuell 85 Sekunden vor 12 Uhr sei. „Wir sind also so nah an einer globalen Krise wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr“, sagte er. Härtinger sei daher dankbar, dass in Zeiten von Sparvorgaben trotzdem weiterhin Budgetmittel für „dringend notwendige Investitionen zur Verfügung stehen. Denn Investitionen in unsere Sicherheit fundieren auf realen Bedrohungen und fundierten Analysen. Wir wollen, dass alle Investitionen in das Österreichische Bundesheer mit größtmöglichem Augenmaß der Bevölkerung zugutekommen.“
Im Rahmen der gemeinsamen Initiative „Wirtschaft & Sicherheit“ setzen die Wirtschaftsagentur ecoplus, die Wirtschaftskammer Niederösterreich und die Industriellenvereinigung Niederösterreich ihre Aktivitäten fort. Ziel ist es, Unternehmen einen strukturierten Zugang zum Themenfeld Defence & Security zu ermöglichen und sie über aktuelle Entwicklungen sowie Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren. Dazu bietet ecoplus Fortbildungen an, die Unternehmen einen Überblick über Märkte, europäische Entwicklungen und regulatorische Rahmenbedingungen vermittelt. Ab September startet zudem die Wirtschaftskammer Niederösterreich mit regionalen Beschaffungsworkshops in mehreren Bezirken. Dabei werden Betriebe über die Investitionsvorhaben des Bundesheeres informiert und bei der Teilnahme an Ausschreibungen unterstützt.
Weitere Bilder

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Rüstungsdirektor Harald Vodosek im Gespräch (v.l.n.r.).

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Rüstungsdirektor Harald Vodosek bei der Pressekonferenz in St. Pölten.
Rückfragen & Information
Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit Philipp Hebenstreit Telefon: 02742/9005-13632
E-Mail: presse@noel.gv.at
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten

